Ausbildung Alten- und Krankenpflege


Pflege im KZ: Übersicht

Pflege im Konzentrationslager Arbeitsbedingungen im KZ
Psychosoziale Bedingungen Block 2 im KZ Buchenwald
Pflegekräfte in Theresienstadt Menschenversuche
Lagerbordelle  

 

Pflege im Konzentrationslager

 

 

In dem Abschnitt über den Lagerarzt in der Lagerverordnung des Konzentrationslagers Esterwegen für das Gefangenen-Barackenlager vom 1.August 1934 hieß es: "Der Lagerarzt ist nur für Kranke, aber nicht für Arbeitsscheue da. Gefangene, welche sich durch eine grundlose oder zimperliche Krankmeldung von der Arbeit zu drücken versuchen, werden der Abtg. "Strafarbeit" zugeteilt. Wer sich zum Arzt meldet, hat am gleichen Tage dort zur Untersuchung zu erscheinen. Wer vom Arzt als arbeitstauglich befunden wird, erhält Strafarbeit. Angehörige der Strafabteilung, die sich grundlos zum Arzt melden, werden nach der Disziplinar- und Strafordnung bestraft."

Die Drohung war überdeutlich. Ein Häftling, der sich krank fühlte und unter massiven Krankheitssymptomen litt, konnte nicht sicher sein, ob der Arzt ihn als krank oder "zimperlich" einstufte. Die Wahrscheinlichkeit, neben der Erkrankung noch zusätzlich mit Strafarbeit belegt zu werden, war also ziemlich hoch und oft tödlich. Wer sich krank meldete, dass heißt, nicht arbeiten konnte, galt als "unnützer Fresser". Hinter einer solchen "medizinischen Versorgung" steckte Methode. Denn die Krankenreviere waren nicht, wie eingangs beschrieben, dazu erdacht, zu heilen oder Leben zu retten.

Die Krankenreviere dienten anfangs nur dem Ziel, möglichst viele Häftlinge schnell zu vernichten. Mit den militärischen Niederlagen änderte sich die Zielsetzung der KZ´s, zumindest in den Führungskreisen der SS. Denn 1942 wurden die Lagerkommandanten dazu angehalten, ihre Sterberate in den Lagern zu senken. Hintergrund für den Sinneswandel war nicht etwa ein Hauch und Anflug von humanistischen Gefühlen, sondern der enorme Bedarf an Arbeitskräften durch die kriegsbedingt hohen Menschenverluste. So war man nun daran interessiert, die Häftlinge als Arbeitssklaven am Leben zu erhalten.

Nach den Zeugenaussagen von Überlebenden ergibt sich daraus in der Art der Rekrutierung von medizinischen und pflegerischen Personal unterschiedliche Verfahrensweisen. Es ergibt kein einheitliches Bild, dass heißt, dass in den verschiedenen Konzentrationslagern unterschiedlich vorgegangen wurde. Bekannt ist, dass das Euthanasiepersonal nach dem offiziellen Euthanasiestop später in Konzentrationslagern eingesetzt und dort ebenfalls an der Ermordung anderer Menschen beteiligt war. Zeugenaussagen belegen aber, dass in verschiedenen KZ´s Pflegekräfte aus den Insassen ausgesucht wurden. Gerade sie waren in einer fürchterlichen Situation: gezwungenermaßen wurden sie oft zu Mittätern gegen die eigenen Leute für den Preis, länger als ihre Mithäftlinge zu leben. Hinzu kam das Hierarchiegefüge, in dem sich Ärzte und Pflegepersonal befanden, aber obendrauf dann noch ihre Abhängigkeit als Insassen.

Vielerorts bedeutete die Einziehung in das Krankenrevier eine weitere Demütigung. Gut ausgebildete Ärzte arbeiteten dort unter inkompetenten Ärzten oder Laien als Hilfskräfte, wie der Professor für Anatomie Dr. Prenant, der im KZ Neuengamme Häftlingspfleger, oder Lilli Jahn, die in Auschwitz-Birkenau (Virtuelles Denkmal) Pflegerin war. Geschulte Pflegekräfte und auch Ärzte mussten oft genug als Leichenträger wirken. Gewissenhafte Menschen, die völlig berufsfremd waren, aber in den Krankenbaracken Dienst verrichteten wie Carl Schrade (Virtuelles Denkmal), litten darunter, dass ihnen jegliche Qualifikation oder Wissen fehlte, um den Kranken zu helfen. Weniger Gewissensbisse besaßen verrohte Häftlinge, die als kriminell oder asozial galten und in einigen KZ´s bevorzugt als Pflegepersonen eingesetzt wurden.

Die französische Anklagebehörde sammelte für den Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem internationalen Militärgerichtshof Nürnberg (14.November 1945 bis 1.Oktober 1946) Zeugenaussagen, die als Beweisstück RF-331 und RF-333 (RF = von der französischen Anklagebehörde vorgelegte Beweismittel) zugelassen wurden. Aus dieser Sammlung stammen  die folgenden Berichte von überwiegend Ärzten, die in verschiedenen Konzentrationslagern waren. Ihre Einschätzung betreffs der medizinischen Versorgung läßt auch Schlüsse auf die Pflege zu.

Robert Waitz, Professor an der Medizinischen Fakultät von Straßburg, lernte als Inhaftierter die KZ´s Monowitz und Auschwitz kennen. Er urteilte über die medizinische Versorgung: "Häftlinge. die Ärzte waren, werden nicht als Ärzte verwendet, sondern höchstens als Leichenträger. Diejenigen, die tatsächlich als Ärzte fungierten, waren SS-Leute, die gewöhnlich nur ein ganz begrenztes medizinisches Studium gemacht hatten...... und wir standen unter ihrem Befehl."

Dr. med. Charles Cliquet, der Neuen-Bremme (bei Saarbrücken), Kassel, Buchenwald, Lager "Dora" (bei Nordhausen) und Deutz durchlitt, erzählte: "Die chirurgische Arbeit wurde von einem Deutschen besorgt, der vorgab, Chirurg in Berlin gewesen zu sein. Er war ein gemeiner Sträfling. Er tötete seine Patienten bei jeder Operation aus mangelnder Fachkenntnis."

Das Laientum in den Krankenrevieren bestätigte auch Robert Sussefeld, der in Blechhammer (Oberschlesien) und Auschwitz war. "Das ärztliche Personal bestand aus einem arischen deutschen Lazarettleiter, der im Berufsleben Schlosser gewesen war und alle chirurgischen Operationen selbst vornahm."

Dr. med. Henri Goldstein, Auschwitz: "Ende 1943 und Anfang 1944 wurde ein Operationssaal für große Operationen eingerichtet. Der Arzt T. zwang alle Häftlinge mit einem Bruch, um Übung zu bekommen, sich operieren zu lassen. Nach diesen Operationen unterwarf er seine Patienten der Selektion, erklärte die meisten für arbeitsunfähig und schickte sie in die Gaskammer. Es kam vor, dass Häftlingsärzte einige Kranke zu verstecken suchten. Dieser Arzt bedrohte sie für den Fall der Wiederholung mit dem Tode. Derselbe Arzt T. zwang ebenfalls Frauen, um Übung zu bekommen, sich Fibrome und irgendwelche gynäkologischen Geschwülste operieren zu lassen. Manche deutschen Ärzte operierten gewissenhaft, aber ich sah, wie sie nach Magengeschwüroperationen dem Operierten Fleisch und Kartoffeln brachten. Nach einiger Zeit schickten sie sie zur Vergasung."

Dr. med. Samuel Steinberg, ebenfalls Auschwitz, machte ähnliche Erfahrungen: "Im Block 21 (chirurgischer Block), ,übten sich' die Ärzte. Jeder jüdische Häftling, der über Magenschmerzen klagte, wurde sofort allen nötigen Untersuchungen unterzogen: Blutprobe, Untersuchung des Magensaftes, Suche nach Blut im Stuhl usw. Unabhängig vom Ergebnis dieser Untersuchungen wurde erklärt, dass die Opfer Magengeschwüre hätten, und dann wurden die Billrothschen Operationen Nr. 1 und Nr. 2 vorgenommen. Diese Leute erhielten nach der Operation nicht die ihrem Gesundheitszustand entsprechende Pflege, die Juden erhielten selbst nicht einmal Milchdiät; einige Tage später wurden die Opfer bei Gelegenheit einer Aussonderung in die Gaskammer geschickt. Der Doktor K., der 1943 promoviert hatte, wollte alle Arten von Amputationen lernen; daher schnitt er wegen eines einfachen, lediglich einen kleinen Einschnitt benötigenden Panaritiums, die Finger ab. Wegen einer Phlegmone am Bein, wo ebenfalls ein Einschnitt genügt hätte, nahm K. Amputationen vor, die er nach den chirurgischen Methoden verschieden gestaltete; die Opfer endeten immer im Gas. P. wählte unter den kürzlich im Lager angekommenen Leuten die aus, die Brüche hatten, und operierte sie nach den bekannten, in deutschen Handbüchern angegebenen Methoden."

De Gombert, inhaftiert in Dachau, Allach und Auschwitz: "Der Saal der septischen Chirurgie wurde stets deutschen Häftlingsärzten anvertraut, die keinerlei berufliche Fähigkeiten hatten. Diese Menschen sind infolge unangebrachter chirurgischer Eingriffe, die an den Kranken lediglich zum Zweck medizinischer Experimente vorgenommen wurden, für den Tod einer ungeheuren Menge von Häftlingen verantwortlich."

Aber nicht nur Ärzte entschieden über die Arbeitsfähigkeit der Gefangenen. Dr. med.Marcel Renet berichtete als Buchenwalder Häftling: "Ich stand unter dem Befehl eines deutschen Sanitäters, der Unteroffizier war......; er kam mit einem Stock in der Hand zur Konsultation und schlug die Kameraden. Eines Tages fragte er mich, ob ich nicht Teerspritzen geben wollte, um bestimmte Häftlinge umzubringen; nach seiner Ansicht gab es nicht genug Tote im Lager. Der Ärztedienst wurde von deutschen Häftlingen besorgt und geleitet, von denen keiner eine berufliche Ausbildung besaß und niemals Arzt oder Krankenpfleger gewesen war. Der Oberkapo war ein früherer deutscher Häftling und die anderen waren Schreiner, Metzger, Schuster. Sie aber waren es, die über Aufnahme oder Zurückweisung der Kranken entschieden. Ich möchte z. B. den Fall eines Professors Richet anführen, der eine Abteilung leitete, aber von einem früheren deutschen Tischler beaufsichtigt war. All das geschah mit Wissen von allen, einschließlich der SS, und mit Zustimmung des SS-Chefarztes des Lagers."

Ebenfalls von Buchenwald beschrieb Edouard-José Laval "die Pflegekräfte": "Die Leitung des Blocks lag in den Händen von zwei Deutschen, die die Rolle von Krankenwärtern versahen. Skrupellose Leute, die die chirurgischen Operationen an Ort und Stelle mit einem gewissen H., Maurer von Beruf, vornahmen. Letzterer machte große Operationen an Ort und Stelle und schnitt ein Bein wegen der kleinsten Phlegmone tief auf."

Was aus diesen Berichten deutlich wird, ist, dass Opfer und Täter gerade in der KZ-Medizin und der KZ-Pflege eng beieinander standen. Auch die, die den Mithäftlingen helfen wollten, bekamen selten dazu eine Möglichkeit. Ob die Pflegenden wollten oder nicht: sie wurden ein Rädchen in dem Grauen, das half, den Terror aufrechtzuerhalten

Der katholische Priester Joseph Tyl, der in seiner Häftlingszeit in Auschwitz als Pfleger arbeitete, beschreibt nicht nur sehr detailliert die Verhältnisse im Krankenrevier. Aus seinem Bericht geht auch hervor, dass er kaum eine Chance hatte, sinnvoll zu arbeiten. Hilflos stand er zwischen den abartigen SS-Bestien und seinen schutzlosen Mithäftlingen. Auch er funktionierte innerhalb dieser grausamen Gewaltspirale.

"Wir legten einen jungen Mann auf eine Bahre, er hatte eine Nabelentzündung, und der junge SS-Arzt, der noch nie operiert hatte, wollte sich an ihm üben. Ich brachte ihn in den Operationssaal und erfuhr durch die Leichenträger, die ihn forttrugen. dass er noch am gleichen Abend gestorben war.

Die Häftlinge starben fast alle an Durchfall oder, infolge ihrer ungeheuren Schwäche, an dessen Folgen. Ich musste entsetzliche, hauptsächlich durch Schläge hervorgerufene Wunden verbinden. Der unterernährte Organismus war zu schwach, um der Infektion zu widerstehen, und die Wundgeschwüre und Abszesse waren sehr schwer zu pflegen, vor allem bei den Juden. Die Geschwüre waren entsetzlich anzusehen, die Streptokokken und Staphylokokken fraßen die Muskeln und selbst die Knochen auf. Aus den Muskeln quoll Eiter, was entsetzlich roch.

Nach dem, was mir ein Spezialist gesagt hat, war die Zusammensetzung des Bodens selbst, auf dem das Lager erbaut war, besonders dazu angetan, Streptokokken- und Staphylokokkenbazillen anzuziehen und zu konzentrieren. Viele neu ankommende Häftlinge konnten sich nicht schnell genug akklimatisieren und starben an Sepsis. Ein Beispiel dafür sind 1800 dänische Polizisten, die doch vom dänischen Roten Kreuz gut versorgt und nicht zu schweren Arbeiten gezwungen wurden. Sie akklimatisierten sich schwer, und nach drei Monaten im Lager waren 56 an Blutvergiftung gestorben.

Es gab zahlreiche Fälle von Hämorrhoiden, normale Folge der Transporte, während derer die Häftlinge viele Stunden lang auf Holzböden oder auf der kalten Erde lagerten. Es gab einen beträchtlichen Prozentsatz von hauptsächlich durch Hunger oder Nahrungsmangel verursachten Geschwülsten. Das Krankenblatt des vom SS-Arzt als unheilbar Betrachteten oder des tödlich Erkrankten wurde von ihm zurückbehalten: das bedeutete, dass der betreffende Häftling am Abend oder Nachmittag mit einer Herzspritze getötet wurde. Häufig waren Kastrationen von Priestern; sie zogen unfehlbar den Tod nach sich, denn sie wurden von Nicht-Ärzten vorgenommen, die keine Ahnung von den Regeln der Chirurgie hatten. In Block 21 kastrierten sie die Zigeuner.

Mein Chef, der zehn Jahre vorher Schmied gewesen war, war Leiter der Sektionsabteilung geworden. Die Aufgabe dieses Schmiedes wurde übrigens dadurch vereinfacht, dass er offizielle, wohlverfasste Diagnosen besaß, die er abschrieb und nach Berlin schickte. Um das Übrige kümmerte er sich nicht. Es gab so etwa acht, von vornherein vorbereitete pathologische Diagnosen, die immer wieder abgeschrieben und je nach Zufall einer Leiche zugeordnet wurden.

Ich konnte an den Leichen zahlreiche Krankheiten feststellen. Bei ungefähr 70 Prozent der untersuchten Leichen war das Brustfell infolge von Lungenentzündung oder Rippenfellentzündung am Brustkasten festgewachsen. Fast ebensoviele Leichen trugen am Herzen die Spuren einer Herzbeutelentzündung. 80 bis 90 Prozent der Leichen zeigten eine Verkümmerung der Herzmuskeln infolge der schlechten Ernährung und des zu geringen Blutdruckes. Viele hatten auch Verwachsungen der Nierenhäute und der anderen Nierenorgane, hervorgerufen durch Entzündungen und Blutungen - übrigens die direkte Folge der Schläge, die von den SS-Leuten mit Vorliebe auf diese Körpergegend und insbesondere auf die Gegend der Lendenwirbel verabreicht wurden. Der Magen der Leichen war besonders charakteristisch. Er hatte ein beträchtliches Volumen, und seine Schleimhaut war infolge der wässrigen Nahrung glatt wie eine Glasscheibe.

Ende Oktober 1943 bekommt unsere pathologische Abteilung den Befehl, möglichst rasch sehr schöne anatomische Präparate an die wichtigsten deutschen Universitäten zu schicken. Zur gleichen Zeit gründete man eine Spezialstation für die Tuberkulösen sowie die Station ,Histologie', die den Befehl erhielt, unverzüglich alle Formen von Tuberkulose auf Grund von histologischen Präparaten zu studieren. Gleichzeitig musste eine vollständige Sammlung von Präparaten gesunder Organe, die mehr als 2000 Präparate umfasste, an die Universität Innsbruck geschickt werden. Diese Präparate waren kostbar, weil sie von absolut gesunden Leuten stammten, die man später entweder gehängt oder in den Verbrennungsofen geschickt hat."

Auch so ein armes Rädchen in der Tötungsmaschinerie wurde Ernest Michael. Er arbeitete ebenfalls als Pfleger im Krankenblock von Auschwitz. Er führte nacheinander acht Frauen einzeln in ein Versuchszimmer zu Mengele (SS-Arzt in Auschwitz, bezeichnet als "die Bestie von Auschwitz" wegen seiner sogenannten "medizinischen Experimente"). Da waren elektrische Geräte, die er nicht identifizieren konnte. Er sagte aus, dass er sich schnellstens entfernte, weil er nicht zu lange in Mengeles Nähe bleiben wollte. Ein Offizier schnallte die Frauen fest. Nach einer Weile hörte drinnen das Schreien auf. Als er die Frauen wieder herausholen sollte, waren zwei tot, fünf im Koma und eine lag angeschnallt auf der Liege, neben der Mengele stand und ungerührt diskutierte. (nach einem Interview für das Magazin "People" 1985, S. 68)

Der französische Arzt, Dr. med. Henri Goldstein, in Auschwitz interniert, sagte aus: "Die von ihrem Aufseher geschlagenen oder von den Hunden gebissenen Häftlinge durften keinerlei Verband und keine Art von Pflege bekommen. Wenn ein Jude verunglückte, machte man ihm, wenn nötig, einen Verband. Die, die gepflegt wurden, kamen, sobald sie geheilt waren, ja doch in die Gaskammer."

In einem amerikanischen Bericht zu den Verhältnissen in "Dora" (Nordhausen) heißt es: "Die Entscheidungen des französischen Arztes, der die Möglichkeit hatte, den Arbeitsunfähigen Ruhe zu verordnen, wurden von irgendeinem deutschen Krankenpfleger, der ihm übergeordnet war, aufgehoben; er schickte automatisch jeweils 200 bis 300 Mann zur Arbeit, die zu schwach waren, um sie zu ertragen."


"Andere Krankheiten zeigten sich, wie die Malaria, die angeblich durch die Griechen eingeschleppt worden war. Um zu versuchen, diese Epidemie zu bekämpfen, schickte man ganz einfach alle griechischen Frauen des Blockes unter dem Vorwand in die Gaskammer, sie seien Trägerinnen der Krankheit. In der Folgezeit wurden alle Malariakranken unbarmherzig vergast, ich bin dem wirklich durch ein Wunder entgangen. Ich hatte die Malaria, aber bei der Blutprobe wurde zweimal das Blut meiner Nachbarin untersucht; ich konnte daher gerettet werden und der Gaskammer entgehen." (Claude Bloch berichtete aus den KZ´s  Auschwitz und Birkenau)

Irmgard Konrad berichtet auf der CD: "Erinnern für Gegenwart und Zukunft" von ihrer Zeit 1943 in Auschwitz-Birkenau. In dem Interview verdeutlicht sie, dass mit der Befreiung aus dem KZ nicht alles vorbei war. Es blieben Wunden. Wunden, die keiner sieht oder als Beweismittel fotografiert werden können. Und die schlimmsten Wunden entstanden dann, wenn die Opfer sich selber nicht mehr eindeutig von den Tätern abgrenzen konnten.

Irmgard erkrankte an Typhus und kam in die Krankenbaracken. Die slowakische Häftlingsärztin Margita Schwalbova rettete sie mehrmals vor dem Tod. Irmgard durfte dann im Krankenrevier weiterarbeiten, nachdem sie sich etwas erholt hatte. Täglich starben Häftlinge. Heimlich verteilte Irmgard die Brotrationen der Verstorbenen an die noch Lebenden. Ein Lichtblick in der Trostlosigkeit der Baracken. Sie hatte zumindest das Gefühl, etwas helfen zu können.

Doch dann erlebte sie etwas, was ihr eine dieser unheilbaren Wunden schlug: "Gleich einige Tage, wie ich dort war, habe ich ... war eigentlich mit eines der schlimmsten Erlebnisse. Bekommt eine ... eine Mutti ihr Kindchen, ........................... - aber diese Clara hat diese Geburt eingeleitet. Sie kam mit dem kleinen ... kleinen Säugling kam sie in die Blockstube. Wir hatten ja eine Blockstube, wo wir auch ganz primitiv da unsere Pritsche stehen hatten. Und sie nahm dieses Baby, und für mich ... insofern ... ich hab noch nie ein neugeborenes Kind gesehen bis dato, es war das erste Mal ein neugeborenes Kind.

Und sie nimmt das Baby, legt es auf den Tisch, holt´n Wassereimer und ertränkt das Kind. Und ich steh da. Sicher habe ich sie angeschrien. Aber ich hör jetzt noch, wie sie sagt: "Wie, soll ich für diesen Judenbalg ins Gas gehen? Neugeborene Kinder von Juden dürfen nicht am Leben bleiben, müssen als tot gemeldet werden."

So hat man die kleinen Neugeborenen in Auschwitz im Wassereimer ertränkt. Später, wie ich aus Auschwitz rauskam ... ich bin ich lange mit der Frage nicht fertig geworden. Selbst, wie ich selbst Mutti wurde. Ich glaube, es hat auch beeinflusst die Geburt von meiner Monika. Ich lag lange in den Wehen. Dann hat der Doktor sich entschieden, Zangengeburt zu machen, weil ich einfach die Monika nicht rausbekam. Sicher hat das mit veranlagt ... mit beeindruckt. Und ... heute fragen ... ich ... ich würde es gar nicht verübeln, wenn man mir heut die Frage stellt: `Und du hast einfach dabeigestanden, du hast dich gar nicht gewehrt?´ Es gab nichts zu wehren. Bei diesem Mechanismus, bei diesem Morden gab es n... ich konnte ich höchstens sagen: ´Na, dann t... mach mich gleich mit tot!´ Das wär das Einzige, was ich hätte sagen können. Es war unmöglich, ihr das Kindchen ... das Kindchen am Leben zu erhalten."

Im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück wurden anfangs ebenfalls Säuglinge ertränkt. Später ließ man die Kinder am Leben. Es bedeutete nach wenigen Tagen Siechtum den sicheren Tod, da Hygiene und Ernährung vorsätzlich nicht gewährleistet wurden. Aus dem Hamburger Prozess 1946, bei dem Zdenka Nedvedova, inhaftiert von 1943 - 1945 in Ravensbrück, durch den Hauptmann Da Cuhna vernommen wurde:

Frage: Wollen Sie dem Gerichtshof sagen, wann Sie nach Ravensbrück gekommen sind?

Antwort: Am 19. August 1943

Frage: Als Sie ins Lager kamen, was geschah da mit Ihnen? Wohin sandte man Sie?

Antwort: Zunächst kamen wir in den Quarantäne-Block 13 an, weil wir aus Auschwitz kamen, wo eine Thyphus-Epedemie herrschte.

Frage: Wie lange blieben Sie in der Quarantäne?

Antwort: Einen Monat.

Frage: Und dann?

Antwort: Dann wurde ich als Ärztin in die Abteilung für ansteckende Krankheiten im Revier 12 geschickt.

Frage: Das wäre im September 1943 gewesen, stimmt das?

Antwort: Das stimmt.

Frage: Während Ihres Aufenthaltes in Ravensbrück: in welchem anderen Block arbeiteten Sie als Ärztin außer im Hauptrevier?

Antwort: Dann arbeitete ich im Revier 1, Block 11, Block 32 und am Ende im Block 5...

Frage: Haben Sie als Häftlings-Ärztin jemals eine Patientin behandelt, die sterilisiert wurde?

Antwort: Ich sah im Stübchen zwei Zigeunermädchen, etwa 10 Jahre alt, die höchstwahrscheinlich von Dr. Treite operiert wurden. Diese Kinder wurden ursprünglich mit der Injektions-Methode sterilisiert, von einem mir nicht bekannten Arzt, wahrscheinlich in Auschwitz.

Frage: Sie sagten, dass diese Kinder sterilisiert wurden, war es notwendig, sie nochmals zu sterilisieren?

Antwort: Das entschied der Arzt in Auschwitz, wahrscheinlich aufgrund von Röntgenaufnahmen; der Eingriff wurde wohl als ein Fehlschlag beurteilt.

Frage: Haben Sie selbst diese Röntgenaufnahme gesehen?

Antwort: Ja, das habe ich...

Frage: Sie haben dem Gerichtshof mitgeteilt, dass Sie eine Kinderärztin waren. Waren Sie jemals im Lager für die Betreuung von Kindern verantwortlich?

Antwort: Unglücklicherweise war ich im Lager für Babys verantwortlich.

Frage: In welchem Block war das?

Antwort: Zu Beginn, als es nur wenige Kinder gab, blieben sie im Revier 1. Die Kinder wurden in Wäschereikörbe zu zweit oder zu dritt gelegt. Später wurden sie alle in einem Raum untergebracht.

Frage: Wurde jemals ein ganzer Block für sie zur Benützung verwendet?

Antwort: Als die Zahl der Kinder zunahm, wurden sie alle nach Block 11 gebracht und später, als ihre Zahl weiter wuchs, wurden sie mit ihren Müttern in einen Teil von Block 32 geschickt.

Frage: Können Sie dem Gerichtshof ungefähr das Datum sagen, wann sie in den Block 32 geschickt wurden?

Antwort: Das geschah im Jänner 1945.

Frage: Wie viele Babys hatten Sie im Jänner 1945 zu betreuen?

Antwort: Ungefähr hundert.

Frage: Können Sie dem Gerichtshof sagen, wie das Durchschnittsalter war?

Antwort: Kaum eines der brustgefütterten Kinder überlebte im Lager vier Wochen.

Frage: Warum war das so?

Antwort: Die Lebensbedingungen waren derart, dass sie sterben mussten. Die Mütter erhielten keine Zusatzration und konnten daher ihre Kinder nicht stillen. Sie wurden von ihren Kindern weg zur Arbeit getrieben. Uns wurde von der Oberschwester Marschall nicht erlaubt, Windeln und Wäsche für die Kinder beizustellen. Marschall machte zwei deutsche Asoziale in Block 11 zu Babyschwestern, obwohl wir im Lager erfahrene Kinder-Schwestern hatten.

Frage: Haben Sie jemals Oberschwester Marschall um zusätzliche Lebensmittel für diese Kinder ersucht?

Antwort: Ja, diese Kinder mussten Zusatznahrung bekommen, da ihre Mütter sie nicht ernähren konnten.

Frage: Wie oft haben Sie Oberschwester Marschall ersucht?

Antwort: Ich ersuchte sie jeden Tag, entweder selbst oder durch Dr. Treite.

Frage: Hat er das auch getan?

Antwort: Das kann ich nicht sagen, aber es gab kein Ergebnis.

Frage: Wieso wissen Sie, dass die Oberschwester oder Dr. Treite in der Lage gewesen wären, zusätzliche Lebensmittel zu verschaffen?

Antwort: Im Jahre 1944 nahmen wir es als gegeben an, dass es keine Milch gab, aber 1945 kamen so viele Pakete vom Roten Kreuz im Lager an, dass es soviel Milchpulver, Haferflocken und Zucker gab, dass wir zwei- bis dreimal so viele Babys, als es im Lager gab, hätten ernähren können.

Frage: Wieso wissen Sie das, haben Sie diese Lebensmittel selbst gesehen?

Antwort: Ich sah diese Lebensmittel zunächst in einem Fach von Oberschwester Marschall, später in einer Stube und noch später, als diese Lieferungen weiter zunahmen, wurde im Revier 1 ein eigenes Lager errichtet.

Frage: Und Sie haben persönlich den Inhalt dieser Pakete gesehen?

Antwort: Es waren keine Pakete, sondern Schachteln und Kisten, die aus den Paketen des Roten Kreuzes herausgenommen worden waren.

Frage: Und sahen Sie, was diese Schachteln und Kisten enthielten?

Antwort: Ja, ich wandte mich regelmäßig an Marschall um eine Ration an Haferflocken, Milch und Zucker, aber sie gab mir so wenig, dass es niemals ausreichte.

Frage: Hat Dr. Teite als leitender Lagerarzt diese Kinder jemals besucht?

Antwort: So weit ich mich erinnern kann, war er niemals in Block 32; er war in Block 11 und Block 5.

Frage: Und wie stellte er sich zu diesen Kindern?

Antwort: Zu Beginn, als es nur zwei oder drei von ihnen gab, waren sie für ihn ein Spielzeug. Später als sich ihre Zahl vermehrte, verlor er alles Interesse an ihrem Leben.

Frage: Können Sie mit Sicherheit sagen, dass er die Lebensbedingungen dieser Kinder kannte?

Antwort: Er war mit diesen Umständen vertraut, da ich täglich zu ihm ging und ihm sagte, dass die Lage unhaltbar geworden sei.

Frage: Als Sie befreit wurden, hatten Sie da die Möglichkeit die Vorräte zu sehen, die es im Lager gab?

Antwort: Als die Deutschen das Lager verließen, stand uns im Revier 1 ein Vorratslager zur Verfügung. Außerdem fanden wir hinter dem Lager einen Block mit der SS-Apotheke, die voll mit Medikamenten war, während man uns sogar die wichtigsten verweigert hatte...

 

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Arbeitsbedingungen im KZ

 

Das Furchtbarste war die ständige Überbelegung, die drangvolle Enge in den Krankenrevieren. Aus der Dokumentation der französischen Anklagebehörde liegen hierüber auch Berichte vor.
 
Dr. med. Louis - Lucien Girard, Gefangener in Saarbrücken, Neuen Bremme, Buchenwald, Mannheim, Heidelberg, Würzburg, Nürnberg, Holt und Lager "Dora" (bei Nordhausen) stellte fest: "Selbst die Sterbenden konnten nicht alle in den für die Kranken bestimmten Räumen, die missbräuchlicherweise Krankenhaus genannt wurden, aufgenommen werden."

Charles Richet, Inhaftierter in Buchenwald, Professor an der Medizinischen Fakultät Paris und Mitglied der Académie de Médecine, sagte später aus: "Oft war kein Platz im Krankenbau. Dann kamen die Kranken in die Blöcke zurück und starben dort. Es starben täglich ein, zwei oder drei Menschen, die nicht im Krankenbau untergebracht werden konnten."

Octave Rabaté, Mauthausener Häftling: "Es war ein Zusammenpferchen unter furchtbaren Verhältnissen. Der Saal, in dem ich vom 25. Dezember 1944 bis zum April 1945 beschäftigt war, war mit 44 Betten versehen. Wir hatten bis zu 152 Kranke. Die meisten Kranken hatten Geschwülste, Wundgeschwüre oder Durchfall. Sie stritten sich in den Betten und gaben sich Fußstöße auf die Geschwüre, was böse Folgen hatte. Ich sah einen Kranken, der eine Geschwulst am Bein hatte, auf das er Stöße erhielt. Diese Verletzungen bewirkten in einer Nacht den Wundbrand, an dem er starb. Mangels Medikamenten war es unmöglich, die Durchfallkranken zu pflegen, unmöglich, sie zu reinigen; alles was man tun konnte war, sie zu den Latrinen zu führen, sie auf den Boden zu legen und sie mit viel Wasser zu waschen; aber man konnte sie nicht trocknen. Man konnte sich zur Not der Decken bedienen, aber es war unmöglich, sie zu trocknen, und man musste sie durchnässt wieder auf die Betten legen. Es kam vor, dass die Kranken in diesen Sälen noch mehr misshandelt wurden als im Lager. Die SS-Ärzte kümmerten sich nicht um solche Einzelheiten, sie ließen einfach alles laufen."

Dr. med. Marcel Renet schilderte die katastrophalen Bedingungen in Buchenwald: "Mein Saal umfasste etwa 100 Kranke, die ohne Matratzen, ohne Tücher und fast ohne Decken in den Gefachen eingepfercht waren."

Dr. Lequeu, auch in Buchenwald, klagte: "Auf einem völlig verfaulten Strohsack lagen Menschen in völlig verschiedenen Krankheitsstadien. Die einen fiebrig, die anderen sehr krank mit dauerndem Durchfall. Die einen starben, die anderen waren weniger schwer erkrankt. Von Zeit zu Zeit holte man eine Leiche heraus, die man am Eingang des Reviers niederlegte. Die Leute des Straßendienstes holten sie ab."

Eine Vorstellung über die räumlichen Bedingungen in den Konzentrationslagern bekommt man sehr gut durch die Bilder von Thomas Geve, dem Jungen, der drei Konzentrationslager überlebte. Er malte auch sehr genaue Skizzen von den Lagern, in denen er sich aufhielt, wo er auch die Krankenreviere einzeichnete.

 


„Es gibt hier keine Kinder. Auschwitz, Groß-Rosen, Buchenwald.“, ISBN 978-3-89244-220-2

Anhand seiner Erklärungen und Hinweise konnte man schnell begreifen, dass in den Baracken, wo die Gefangenen schliefen und aßen, ausgestattet mit schlechten sanitären Verhältnissen, mangelnder Hygiene und ungenügender Heizung, Seuchen regelrecht eingeladen wurden. Angesichts der unzureichenden Ernährung, der chronischen Arbeitsüberforderung und der Aussetzung sämtlicher Witterungseinflüsse besonders bei stundenlangen Appellen verfügten die Menschen kaum noch über Abwehrkräfte.Daher kam die Situation, dass die Krankenreviere die zahlreichen Kranken nicht einmal annähernd aufnehmen konnten.

„Es gibt hier keine Kinder. Auschwitz, Groß-Rosen, Buchenwald.“, ISBN 978-3-89244-220-2

In einem seiner Bilder stellte er auch sehr intensiv seine größten Ängste im KZ dar: Krankheit und Seuche. Denn das hatte der Junge begriffen. Zu Erkranken war genauso schlimm wie die Folter oder die endgültige Vernichtung.

Auch in Thomas´ Ausschwitzer ABC fehlt nicht der Hinweis auf die Krankenversorgung. Und das Kind brachte in seinen Bildern die Verhältnisse genau auf den Punkt. Denn nicht nur die Überbelegung war ein Problem. Genauso schlimm und belastend wirkte auch die unzureichende Ausstattung der Krankenreviere. In den meisten Konzentrationslagern fehlte es an Material, die sanitären Einrichtungen waren wie in den Wohnbaracken mangelhaft, es gab selten Krankenbetten und wenn, zu wenig. Das verdammte die willigen Pflegekräfte dazu, nur hilflos zuschauen zu können, da sie keinerlei Möglichkeiten hatten, pflegerisch sinnvoll einzugreifen. Das Krankenrevier oder der Krankenbau war fast das Schrecklichste, was einem Inhaftierten passieren konnte.

Es existierten zwei besonders große Bedrohungen für das Pflegepersonal. Zum einen die Gefahr, sich dem ständigen Sadismus und Zynismus der SS-Ärzte nicht mehr entziehen zu können und deren Verhalten zu übernehmen. Zum anderen aber auch die Ansteckung durch die seuchenartig auftretenden Infektionskrankheiten, denen sie verstärkt ungeschützt ausgesetzt waren. Für die Überlebenden kamen noch lebenslange unsichtbare Wunden dazu, wie von Irmgard Konrad beschrieben. Denn Pflegekräfte mit den besten Absichten und großem Engagement bekamen in den KZ´s in der Versorgung der Pflegebedürftigen deutlichst die Grenzen gezeigt und wurden häufig gezwungen, gegen ihr Gewissen und Wissen zu handeln. Die KZ-Ärzte zwangen sie oft zu Handlungen, durch die sie Mittäter wurden und ihr Leben lang unter immensen Schuldgefühlen litten.

 

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Psychosoziale Bedingungen

 

Wer selbst in einem Krankenhaus lag, weiß, wie er auf Zuwendung und Besuche hieperte. Und das Pflegepersonal erlebt oft, dass Mitgefühl (nicht Mitleid) und Zuwendung unabdingbar für Heilungserfolge sind.

Damals in einem KZ in einem Krankenrevier zu liegen, war nicht nur lebensgefährlich, sondern oft genug bedeutete es die völlige Isolation. Und schnell gab man sich inmitten der Sterbenden, der Todgeweihten, der Hoffnungslosigkeit auf. Nichts war dann wichtiger, von den Anderen nicht vergessen zu sein, Bezugspersonen zu haben, die deutlich machten, dass die eigene Existenz wichtig ist und der SS-Zynismus lügt. Liebe und Freundschaft konnten manchesmal nicht nur Berge, sondern auch die fehlenden Medikamente ersetzen. Charlotte Henschel, im KZ Ravensbrück von 1940 - 1945,  erzählte über ihre Zeit als Patientin im Krankenrevier:

"Im Oktober 1941 kam ich wegen Tbc-Verdacht in die Tbc-Abteilung des Reviers Ravensbrück ...... Die Genossinnen im Lager waren ernsthaft besorgt. Sie organisierten sofort eine Hilfsaktion und brachten es fertig, Margarine, Milch und Brot und was irgendwie zu beschaffen war, heimlich ins Revier zu bringen. Wer im Lager war, weiß, mit welchen Gefahren solche Dinge nur zu organisieren waren und wie schwierig es war, sie heimlich zuzustecken.

Wir drei, Lina Betram, Tilde Klose und ich waren zunächst guter Dinge und rührende Fürsorge unserer Genossinnen sorgte dafür, dass wir gut verpflegt wurden und unsere Lage ganz erträglich fanden. Besonders erinnere ich mich an die Genossinnen vom Judenblock, darunter auch Olga Benario-Prestes - die Frau von Prestes, der in Brasilien den Aufstand geleitet hatte - und an Käthe Leichter, eine führende Sozialdemokratin aus Wien.

Sie kamen alle Abende ans Fenster und brachten selbstgefertigte Unterhaltungsspiele, aufgeschriebene Gedichte (verbotene natürlich) oder ein Stückchen Brot. Immer riskierten sie dabei, von den Aufseherinnen geschnappt und in den Bunker geworfen zu werden; sie wurden alle vergast."

 

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Block 2 im KZ Buchenwald

 

Ende 1938 wurde im KZ Buchenwald das sogenannte Judenrevier im Block 2 eingerichtet. In der schlecht ausgerüsteten Baracke arbeiteten jedoch im Gegensatz zum regulären Revier überwiegend ausgebildete jüdische Häftlingspfleger und -ärzte. Die jüdischen Ärzte durften tätig werden, weil die SS-Ärzte prinzipiell keine Juden behandelten, was wohl für die Patienten eher ein Segen war. Obwohl das Judenrevier in jeder Form benachteiligt wurde, beispielsweise bei Ausstattung, Medikamentenzuteilung, unregelmäßige Abholung der Toten, die Transportwege zu den Operationsräumen, etc, war die Behandlung und Pflege dort gut.

Ernst Martin, Schreiber im KZ Mauthausen, klagte über das Pflegepersonal: "Die Arbeit der Häftlingspfleger gilt innerhalb der Lager als eine der leichtesten und vor allem ertragreichsten. Zuerst isst sich der Pfleger satt, dann essen seine Kameraden, dann die prominenten und protegierten Kranken. Häftlingspfleger bestimmen in Dachau, dass ein Kranker zur Strafe fünf Tage nichts essen und trinken darf, dass die Heilung von Durchfall mit Nahrungsentzug behandelt wird. Verrohte Häftlingspfleger schlagen kranke Mitgefangene, wenn diese vor Schwäche nicht aufstehen oder sich nicht waschen können.

Auch im KZ Buchenwald gab es im Krankenrevier Ungereimtheiten bei einigen Pflegenden.

Für das Judenrevier trafen solche Beschreibungen nicht zu. Die spärlichen Mittel und Essensrationen wurden gerecht und korrekt verteilt, Korruption und persönliche Bereicherungen gab es nicht. Der SS war das Judenrevier ein Dorn im Auge. Regelmäßig fanden Durchsuchungen im Judenrevier statt. Lagerführer Rödl war bei einer Durchsuchung der Meinung, dass ein Pfleger angeblich eine zu große Portion Butter hätte. Ohne Überprüfung, denn es war eine reguläre Portion, mussten alle Pfleger des Judenreviers antreten und erhielten öffentlich am Tor jeder 25 Stockhiebe auf das Gesäß. Auch derartige Quälereien und Schikanen konnten die jüdischen Pflegenden nicht davon abbringen, unter den gegebenen Umständen vorbildliche Pflege zu leisten. Sie blieben die moralischen Sieger. Es dürfte kaum mehr möglich sein, den einzelnen Häftlingspflegern Namen und Gesicht wieder zu geben. 

Nachdem die Anzahl der jüdischen Häftlinge im KZ Buchenwald drastisch zurückgegangen war, wurde das Judenrevier aufgelöst und wieder mit Häftlingen aller Kategorien belegt.

 

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Pflegekräfte in Theresienstadt

 

"Der Führer schenkt den Juden eine Stadt"! So nannten ironisch die jüdischen Häftlinge den Propagandafilm, den die Nationalsozialisten 1944 über Theresienstadt (heute Terezin in der Tschechischen Republik) drehten. Für diesen Film nutzten die Nazis die zahlreichen kulturellen Angebote, geschaffen von vielen Künstlern, Schriftstellern, Wissenschaftlern, die im Ghetto interniert waren, für ihre Zwecke aus. Die meisten Menschen, die am Film mitwirkten, darunter etliche Kinder, wurden kurz darauf in Auschwitz vergast.

Am 23.6.1944 gestatteten die Nazis einer Delegation des Internationalen Roten Kreuzes eine Besichtigung des Ghettos, um zu beweisen, dass sie die internierten Juden human behandeln würden. Dafür wurden aufwendige Reinigungs- und Anstreichaktionen im Vorfeld durchgeführt, Cafés und Geschäfte eingerichtet, eine Bank mit "Ghettogeld" installiert, um den Eindruck einer ganz "normalen Stadt zu erwecken. Zahlreiche Ghettobewohner wurden vor der Besichtigung nach Auschwitz deportiert und umgebracht, damit die Überbevölkerung in Theresienstadt nicht auffiel.

Das "Vorzeigeghetto" war ab November 1941 Sammellager für Juden. Bis Juli 1943 wurden dort 73500 Menschen aus dem sogenannten "Protektorat Böhmen und Mähren" zusammengepfercht und interniert. Hinzu kamen etwa 5000 Juden aus den besetzten Niederlanden, unter ihnen zahlreiche deutsche Emigranten. Aus Polen wurden 1270, aus Ungarn 1100 und aus Dänemark 470 Menschen dorthin deportiert. Ab Juli 1942 wurden knapp 43000 Menschen aus Österreich und Deutschland nach Theresienstadt verschleppt. Gleichzeitig wurde es für über 70000 Menschen Durchgangsstation für Deportationen in die Vernichtungslager im Osten.

Den jüdischen alten Mitbürgern aus dem deutschsprachigen Raum hatte man weisgemacht,   dass sie zu einem ruhigen, schönen Alterssitz für Juden kämen, wo sie sich allerdings einkaufen müssten: "„Theresienbad"“. Die braunen Verbrecher hatten so den Alten ihr Geld abgegaunert. Sie kamen ahnungslos in dem Ghetto an. In dem einzigen Koffer, den sie mitbringen durften, schleppten sie Sachen heran, mit denen sie ihre "„sonnigen Südzimmer"“ zu verschönern gedachten. Für Theresienstadt unnützes Zeug, denn zum Überleben benötigten sie eher praktische Dinge wie einen Löffel, Becher, Teller, warme Kleidung, Decken.

Statt des behaglichen Altersruhesitz erwartete sie in dem restlos überfüllten Lager, bewacht von der tschechischen Gendarmerie unter dem Kommando der SS, Hunger, Kälte, Elend und unbewohnbare Räume. Viele reagierten auf diesen Schock mit Verwirrtheit. Unter diesen Verhältnissen findet sich eine weitere Spur von jüdischen Pflegekräften. Die anfangs zahlreich gut ausgebildeten Pflegenden nahmen sich der geblendeten Alten an. Das bedeutete eine extreme Überforderung. Denn es fehlte an allem: bewohnbare Zimmer, medizinische Geräte, Pflegeutensilien, Medikamente. Die Kapazitäten der Krankenstationen reichten nie aus.

Und immer weitere Transporte mit Alten, Kranken und Geisteskranken trafen auf der Bahnstation Bohuschowitz von Theresienstadt ein. Denn viele Juden verloren durch den Naziterror den Verstand. Hunderte von psychisch Erkrankten wurden in Theresienstadt versorgt. Es sollte nur einen kurzen Aufschub bedeuten.  Die Insassen der psychiatrischen Anstalt des Ghettos wurden ebenfalls in die Vernichtung geschickt. Makabererweise zog man die gehunfähigen Menschen in Leichenwagen zur Krankenstation. Ein anderes Transportmittel für sie gab es nicht.

Das Einzige, was die Krankenschwestern diesem Elend entgegensetzen konnten, war ihr persönliches Engagement. Trotzdem starben viele der Alten und Kranken schon kurz nach ihrer Übersiedlung in das Ghetto. Etwa 33500 Menschen überlebten Theresienstadt nicht. Und hilflos mussten die Pflegekräfte zusehen, dass viele ihrer Betreuten nach kürzester Zeit wieder auf den Leichenwagen saßen oder lagen. Nach der "„Schleuse"“  transportierte man sie zu den Viehwagen nach Auschwitz.

Die pflegerische Tätigkeit konnte lebensgefährlich werden. Oft trieb man kurzerhand auch das Pflegepersonal in die Waggons. Sie sollten unterwegs die Hilflosen betreuen. Es war in der Regel ihr Todesurteil. Denn erbarmungslos trieb man sie in Auschwitz mitsamt ihren Schützlingen in die Gaskammern.

Die Arbeitsbedingungen im Ghetto Theresienstadt waren grauenvoll. Es lässt sich vermutlich nicht mehr feststellen, wieviele Pflegekräfte und Hilfskräfte dort wirklich arbeiteten. Grob geschätzt müssten es wenigstens zweitausend Menschen gewesen sein. Nur ein Bruchteil von ihnen konnte namentlich dem Vergessen entrissen werden.

Zum Jahreswechsel 1943 / 1944 müssten nach Berichten in Theresienstadt noch 29 ausgebildete Krankenschwestern gearbeitet haben. Im Oktober 1944 waren es sogar vermutlich circa vierzig Pflegekräfte. Die Tagebuchaufzeichnungen von Alisah Shek belegen aber für November 1944 nur noch zwei Krankenschwestern. Dabei stieg die Anzahl der Kranken unaufhörlich. Dafür mitverantwortlich waren letzte "„Säuberungenaktionen"“ gegen jüdische Mitbürger und laufende "„Evakuierungstransporte"“ aus anderen Konzentrationslagern in der Endphase der Nazis.

Beispielsweise trafen am 19.11.1944 aus Westerborg 49 ausgehungerte Kinder zwischen ein und siebeneinhalb Jahren mit zwei Betreuerinnen ein. Im Gepäck: Scharlach, Diphterie, Masern. Am 8.2.1945 kamen fünfzig verwundete ungarische Juden aus der Organisation Todt. Auch sie dem Hungertode nahe waren von sämtlichen Läusearten befallen. Der Kampf gegen die Läuse erledigte sich spätestens am 8.3.1945. Da erreichten 1700 restlos verlauste Ungarn und Slowaken Theresienstadt. Diese einzeln herausgepickten Beispiele aus Dutzenden verdeutlichen den Sisyphuskampf gegen Krankheiten und Seuchen im überfülltem Ghetto. Den unterernährten Menschen mit überharten Arbeitseinsätzen und der psychischen Anspannung durch die Lebenssituation fehlten die nötigen Abwehrkräfte. Und für die Bekämpfung der seuchenartig ausbrechenden Krankheiten wie Typhus und Fleckfieber fehlten zumeist wie auch in den Konzentrationslagern die Medikamente und zum Ende hin das Personal.

Daran änderte sich auch nichts durch die Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, die am 6.4.1945 Theresienstadt inspizieren konnte. An diesem Tage gab es zwar eine großzügige Extraportion Essen und eine menschenwürdigere Behandlung. Erkauft wurde dieser Tag mit grenzenlosen Schikanen und zusätzlicher Arbeit in den Wochen davor, wo Theresienstadt "„herausgeputzt"“ wurde für die IKRK-Delegation, die das Ghetto nicht unangemeldet besuchen durfte. Am Tage danach schlug die SS wieder erst richtig hart zu.

Ab etwa März 1945 kam noch ein Problem dazu, was das Leben in Theresienstadt nicht leichter machte. Mit den Transporten aus den "evakuierten"“ KZ´s verlegte die SS auch Schwerverbrecher aus Deutschland ins Ghetto, von denen sich die jüdischen Bewohner, ohne jegliche Möglichkeit der Gegenwehr, massiv bedroht fühlten. In dem ganzen Chaos versahen die Krankenschwestern Ruth Ehrmann (siehe Virtuelles Denkmal) und Váva Schön (siehe Virtuelles Denkmal) mit dem Arzt Dr. Schorsch alleine die Krankenambulanz. Zehn bis zwanzig Menschen starben zu diesem Zeitpunkt täglich im Krankenrevier, dass sich völlig überbelegt in einer hygienischen Katastrophe befand. Viele Kranke machten unter sich, da sie nicht mehr in der Lage waren, aufzustehen und die Latrinen zu erreichen. Die sowjetische Armee, die schließlich Theresienstadt übernahm, versprach, die Kranken in Lazarette zu verlegen. Aber der russische Arzt traute sich erst gar nicht in die Krankenabteilung hinein. Nur die Gehfähigen wurden verlegt.

Nach langen Verhandlungen gelang es am 5.2.1945 dem Internationalen Roten Kreuz, dass 1200 Juden in die Schweiz ausreisen konnten (siehe Virtuelles Denkmal: Sarah Nußbaum). Die bis dahin überlebenden dänischen Juden konnten am 15.4.1945 das Lager Richtung Schweden verlassen. Theresienstadt wurde Ende April von der SS an das Internationale Rote Kreuz übergeben, ab 8.5.1945 war die Rote Armee für das Ghetto zuständig. Doch das Sterben hörte in Theresienstadt mit der Befreiung nicht auf, denn viele Menschen waren zu schwach und krank, um das Lager verlassen zu können (siehe im Virtuellen Denkmal: Ruth Ehrmann).

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Menschenversuche

 

In den Konzentrationslagern fanden zahlreiche medizinische Versuche statt. Sogenannte Ärzte oder Wissenschaftler konnten sich wahllos Häftlinge heraussuchen, um an ihr „Material“ zu kommen. Endlich brauchte man keine Freiwilligungen oder Einwilligungen mehr für die Versuche. Viele Experimente verliefen tödlich, aber niemand musste sich während der NS-Zeit dafür verantworten. 1947 beim Nürnberger Ärzteprozess erklärte der Lagerarzt Karl Gebhardt (Leibarzt von Heinrich Himmler, Versuche in Klinik Hohenlychen und KZ Auschwitz; im Nürnberger Prozess angeklagt wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit: verurteilt zum Tode und hingerichtet): „So hat mir, wie ich mich bemühte zu zeigen, das Dritte Reich […] auf ärztlichem Gebiete eine große Chance gegeben. Ich habe die Chance genutzt.“

Militär oder Pharmaindustrien, aber auch beispielsweise Universitäten gaben an die KZ-Ärzte konkrete Aufträge. Häufig waren es direkte Auftragsmorde.

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Lagerbordelle

 

In den Konzentrationslagern wurden auf Anordnung von Heinrich Himmler zwischen 1942 und 1945 Lagerbordelle (Von der SS „Sonderbau“ genannt) eingerichtet. Nach dem Historiker Robert Sommer wurden 210 Frauen in den Bordellen zur Prostitution gezwungen wurden. 174 Frauen konnten namentlich nachgewiesen werden. Himmler erhoffte sich, durch diese Bordelle männliche Häftlinge noch effektiver ausbeuten zu können. Heinrich Himmler in einem Brief an Oswald Pohl vom 23. März 1942: „Für notwendig halte ich allerdings, daß in der freiesten Form den fleißig arbeitenden Gefangenen Weiber in Bordellen zugeführt werden.“ (Bundesarchiv der Bundesrepublik Deutschland, Sig. NS 19/2065.)

Oswald  Pohl, Leiter  des  SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes in der „Dienstvorschrift für die Gewährung von Vergünstigungen an Häftlinge“ vom 15.5.1943: männliche Häftlinge bekommen bei höherer Arbeitsleistung Hafterleichterung, Verpflegungszulagen, Geldprämien, Tabakwaren und die Möglichkeit zum Bordellbesuch.

„Nur den Spitzenkräften soll auf Wunsch als besondere Belohnung der Besuch des Bordells ermöglicht werden. Die betreffenden Häftlinge stellen einen kurzen Antrag über den Schutzhaftlagerführer beim Lagerkommandanten, der ihn unverzüglich prüft und entscheidet. Der Lagerkommandant wird ermächtigt, die Erlaubnis zum Besuch des Bordells im Einzelfalle bis zu einem Mal wöchentlich zu erteilen. Ich weise jedoch besonders darauf hin, dass hierfür nur Häftlinge mit wirklich hervorragender Leistung zugelassen werden. Für den Besuch des Bordells haben die Häftlinge eine Gebühr von RM. 2,– zu entrichten.
Die Entrichtung erfolgt durch Abgabe eines Prämienscheines in dieser Höhe, den der Häftling an seiner Arbeitsstätte für seine dort geleistete Mehrarbeit erhalten hat. ...Von diesem Betrag erhält die Insassin des Bordells RM. –,45, der aufsichtsführende weibliche Häftling RM. 0,05, Rest in Höhe von RM. 1.50 ist vorläufig zu hinterlegen und halbjährlich, erstmalig zum 10.1.1944 für die Zeit bis zum 31.12.1943 dem Chef der Amtsgruppe D zu melden.” Die 45 Reichspfennige für die Frauen wurden nicht ausgezahlt.

Zunächst griff man für die Bordelle auf Frauen aus Konzentrationslagern, meist Ravensbrück, zurück, die im NS-Jargon als „asozial“ galten. Beispielsweise Frauen, die den Bund Deutscher Mädel ablehnten oder sich prostituiert hatten. Im KZ Auschwitz wurden über 60 deutsche, polnische und ukrainische Frauen aus dem dortigen Frauenlager zwangsprostituiert. Zunächst durften nur Funktionshäftlinge das Lagerbordell besuchen, ab 1943 auch andere Häftlinge. Jüdischen Häftlingen und sowjetischen Kriegsgefangenen war der Bordellbesuch verboten. Manche Häftlinge lehnten den Besuch des Bordells aus moralischen Gründen ab.

Die Frauen mussten sich selber um ihre Gesunderhaltung kümmern. Wurden sie schwanger, wurde eine Zwangsabtreibung vorgenommen. Zogen sie sich eine Geschlechtskrankheit zu, kamen sie in medizinische Versuche, die sie in der Regel nicht überlebten, oder wurden erschossen. Suizidversuche wurden mit Bunker bestraft, anschließend mussten sie zurück ins Bordell.

Nach 1945 wurden die Lagerbordelle Jahrzehnte totgeschwiegen. Auch die betroffenen Frauen schwiegen. Für den Rest ihres Lebens waren sie schwer gezeichnet. BRD und DDR verweigerten ihnen nach dem Krieg die Anerkennung eines Opferstatus und damit eine Entschädigung.

 

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